Q&A's: Blei- und Buntstifte

Wie werden Bleistifte gefertigt?

Wer die Fertigung von holzgefassten Stiften  live erleben möchten, besucht uns gerne am Standort in Stein. Neben der Holzstiftproduktion können hier auch die historische Minenfertigung sowie das Graf von Faber-Castell’sche Schloss besichtigt werden. Anmeldungen zur Führung online über unser Formular.

Wofür steht das SV Zeichen auf den Stiften?

Früher wurden die beiden Brettchenteile bei der Bleistiftherstellung nur punktuell miteinander verklebt. So konnte es immer wieder vorkommen, dass die Mine aus dem Holzschaft rutschte. Durch die Einführung eines patentrechtlich geschützten Herstellungsverfahrens gelang es Faber-Castell in den 1960er Jahren, die Mine über ihre gesamte Länge fest mit dem Holzmantel zu verleimen. Dieses Verfahren wird bis heute Securalverfahren (SV von lateinisch secura = sicher) genannt. Es bewirkt eine deutlich höhere Bruchfestigkeit der Mine, und auch die Spitzbarkeit wird bedeutend verbessert.
Faber-Castell wendet bei allen holzgefassten Stiften das Securalverfahren an und kennzeichnet sie mit dem Stempel “SV“ für „Securalverfahren“.

Womit werden die Stifte lackiert?

Alle in Europa produzierten holzgefassten Farb- und Bleistifte erhalten eine umweltfreundliche Lackierung auf Wasserbasis. Mit dieser selbstentwickelten Technologie setzte das Unternehmen bei der Einführung 1993 weltweit neue Maßstäbe auf dem Gebiet der Stiftelackierung.

Wie viele Farben gibt es?

Bei den Colour Grip und Goldfaber Stiften bieten wir ein Farbspektrum von 48 Farben, Pitt Pastell Künstlerfarbstifte umfassen jeweils 60 Einzelfarben, der Pitt Artist Pen Künstlertuschestift 66 Farben. Den Albrecht Dürer Künstleraquarellfarbstift sowie den Polychromos Künstlerfarbstift gibt es in 120 Einzelfarben. Alle Farben greifen auf dasselbe Farbspektrum zu und sind somit miteinander kompatibel.

Wonach werden die Farben benannt?

Bei unseren Künstlerfarbstiften handelt es sich um traditionsreiche Produkte, die teilweise bereits im Jahre 1905 für professionelle Anwender entwickelt wurden. An den klassischen, tradierten Farbbezeichnungen Phtalogrün, Krapplack und Manganviolett wird bis heute festgehalten, da sie in Künstlerkreisen ebenso gelernt sind wie das konsistente Farbnummernsystem. Bei neuen Farben wird versucht, die chemischen Namen der Farbpigmente oder naheliegende Metaphern zu verwenden.

Welche Härtegrade gibt es?

Durch das Mischungsverhältnis zwischen Ton und Graphit bei der Minenherstellung kann man den Härtegrad einer Bleistiftmine bestimmen. Je größer der Ton-Anteil, desto „härter“ schreibt der Bleistift.
Die Kennzeichnung des Härtegrads der Mine erfolgt mit Buchstaben und Ziffern. In der Regel kennzeichnet man die härteren Minen mit dem Buchstaben H und die weicheren mit dem Buchstaben B. Durch das Vorstellen einer Ziffer kann man verschiedene Härtegrade definieren. So ist z.B. 6H härter als 4H.
Die Bezeichnungen sind am Wahrscheinlichsten auf englische Ausdrücke zurückzuführen. Dabei stand B für Black und H für Hard, und die beigefügte Zahl zeigte zunehmende Schwärze oder Härte an. F mag für Firm = Fest oder Fine Point gestanden haben. Die Klassifizierung der Härtegrade wurde niemals international eindeutig normiert, so dass die genaue Bezeichnung immer noch vom jeweiligen Hersteller abhängig ist. Faber-Castell liefert den berühmten Bleistift Klassiker Castell 9000 zum Beispiel in 16 Härtegraden aus.
Weiche Bleistifte werden bevorzugt im künstlerischen Bereich eingesetzt. Ein idealer Schreibbleistift (z. B. im Büro) hat eine mittlere Härte (so gen. „HB“), der Schülerbleistift den Härtegrad B.
Bei Faber-Castell gelten folgende Bezeichnungen:
B = Black = schwarz
H = Hard = hart
HB = Hard Black = mittelhart
F = Firm = fest
 

Härtegrade alternativ in Zahlen:

 

Warum haben die Stifte verschiedene Formen?

Holzgefasste Stifte werden weltweit in hauptsächlich drei Formen produziert und angeboten.

Runde Querschnittsform 
Diese Form wurde früher vor allem in Büros für Steno (Kurzschrift) verwendet, da der runde Stift leicht in der Hand gedreht werden kann, um ein einseitiges Stumpfwerden der Mine zu verhindern und den Stift damit weniger nachspitzen zu müssen. Durch die leichtere Drehbarkeit der runden Querschnittsform muss der Stift jedoch fester gefasst werden. Dies kann bei längerer Anwendung zu einer schnelleren Ermüdung der Hand führen.

Hexagonale Querschnittsform
Die hexagonale (sechseckige) Form ist die derzeit meist verwendete Querschnittsform für Standardanwendungen in Schule und Büro. Sie ermöglicht ein leichteres Greifen des Stiftes während der Anwendung und verhindert, dass der Stift z. B. vom Tisch rollt.

Dreieckige Querschnittsform
Bei normaler Schreibhaltung wird der Bleistift von Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger gehalten. Bei einem dreieckig geformten Stift kommt jedem der drei Finger eine größere Auflagefläche zu. Diese entspricht der Ergonomie der Hand und führt deshalb zu einem ermüdungsfreien Schreiben. Außerdem rollt ein solcher Stift nicht so leicht vom Tisch.
In jüngster Zeit wird die Dreiecksform für Schreibanfänger empfohlen. Da der dreieckige Bleistift vorne in einem runden Konus mündet, kann er problemlos mit einem normalen Spitzer gespitzt werden.

Was ist die Besonderheit der Noppen?

Die von Faber-Castell entwickelte Noppentechnologie stellt technisch gesehen eine erhabene („konvexe“) Struktur kleiner Noppen dar. 
Diese Noppen werden am vorderen Ende des Stiftes angebracht, dienen als so genannte Rutschbremse und sorgen für einen sicheren und rutschfesten Griff.
Sie sind das Erkennungsmerkmal unserer gesamten Grip Familie.
 

 

Was ist der Perfekte Bleistift?

Ein Nachteil des klassischen Bleistifts ist: Er muss von Zeit zu Zeit nachgespitzt werden. Nicht immer ist aber ein geeigneter Spitzer zur Hand.
Faber-Castell, als der führende Hersteller weltweit, hat für dieses Problem des transportablen Bleistifts die perfekte Lösung gefunden: Einen Bleistift mit integriertem Spitzer und Radiergummi mit Clip, der sich nun tragen lässt wie ein Kugelschreiber oder Füllfederhalter und der überall schnell wieder gespitzt werden kann.

Diese perfekte Bleistiftidee bietet Faber-Castell in verschiedenen Preisklassen an.

Womit sollte ich meine Pitt Pastellstifte am besten spitzen?

Die hochwertigen Pastellstifte sollten ausschließlich mit einem scharfen Messer (Artikelnummer 181298) oder mit Hilfe von Schleifpapier (Artikelnummer 1851004) angespitzt werden.

Kann die Mine von wasservermalbaren Stiften direkt in Wasser getaucht werden?

Nein, denn beim Eintauchen der Stifte in Wasser zieht das Holz Feuchtigkeit und quillt auf, so dass der Stift nicht mehr benutzt werden kann.  Zum Aquarellieren verwenden Sie einen feuchten Pinsel oder malen Sie auf angefeuchtetem Papier.
Inspirationen zur Anwendung finden Sie in diesem Tutorial.

Gibt es Einzelfarben zum Nachkaufen?

Wir führen Einzelfarben für Colour Grip, Jumbo Grip, Goldfaber, Goldfaber Aqua, Polychromos Künstlerfarbstifte und -kreiden, Albrecht Dürer und Albrecht Dürer Magnus Künstleraquarell Künstleraquarellfarbstifte, Pitt Pastellstifte sowie sämtliche Bleistifte.
Einzelfarben erhalten Sie in unserem Onlineshop oder im Schreibwarenhandel. 
Über unsere Händlersuche  finden Sie einen Fachhändler in Ihrer Nähe.
 

Sollte ich meine Zeichnung fixieren?

Ja, wenn Sie mit Pitt Pastell Künstlerstiften oder Polychromos Künstlerpastellkreiden zeichnen und malen. Bei Polychromos oder Albrecht Dürer Künstlerstiften ist das nicht nötig, da sie eine Ölkreidemine haben.
Pitt Pastells sind Pastellstifte, deren Mine enthält keinerlei Fett- oder Ölanteile enthält. Sie können leicht verwischt werden und sollten nach Fertigstellung oder während des Arbeitens (zwischen-) fixiert werden.
Wir führen keine Fixative im Sortiment. Wir können jedoch folgende Produkte empfehlen:

1. 1. Sennelier: Pastellfixativ Latour
oder
2. Marabu: Fixativ
oder
3. Schmincke: Aerospray Pastell-Fixativ

Alle Sprayprodukte sind im stationären Fachhandel oder online erhältlich.

Womit kann ich meine Zeichnung verblenden?

Einen Verblender führen wir nicht in unserem Sortiment.
Eine Möglichkeit, die einige Künstler anwenden, ist, mit Lein - oder Babyöl die Polychromos Farben anzulösen und sie dann mit dem Pinsel zu verblenden.

Wie lichtecht sind die Stifte?

In der Künstlerfarbenindustrie wird die Lichtechtheit in drei Klassen eingeteilt:
drei Sterne *** - höchste Lichtbeständigkeit   
zwei Sterne ** - hohe Lichtbeständigkeit
ein Stern * - bedingte Lichtbeständigkeit 
Um Ihnen die Zuordnung zu erleichtern, finden Sie auf unseren Künstlerstiften neben der Farbnummer auch die Kennzeichnung der Lichtbeständigkeit in Form von Sternen.

Wie konserviere ich meine Zeichnung optimal?

Zeichnung sollten vor direkter Sonneneinstrahlung, Verschmutzungen, Staub, starken Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit geschützt werden. Schutz bringen bereits ein Bilderrahmen mit Glaseinsatz oder ein Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung.

Woran kann es liegen, dass meine Stifte abbrechen?

Unsere Stifte unterliegen hohen Qualitätsanforderungen und werden stets auf ihre Spitzenbruchfestigkeit geprüft. Sollten Sie dennoch einmal Grund zur Beanstandung  haben,  wenden Sie sich an unseren Kundenservice.

Registrieren Sie sich dort und senden Sie uns die betroffenen Produkte zu, damit diese geprüft und gegebenenfalls erstattet werden können. 
Um möglichst lange Freude an unseren Stiften zu haben, sollten Sie auf korrektes Spitzen achten. Beim Spitzen wird der Stift in die dafür vorgesehene Öffnung gesteckt und möglichst gleichmäßig gedreht. Wichtig dabei ist, eher behutsam und ohne großen Druck vorzugehen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass sich der Stift verkantet und die Mine bricht. 
Wird ein Stift in einer zu großen Spitzöffnung gespitzt, kann die Mine ebenfalls verkanten und abbrechen. 
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Spitzwinkel. Wir führen Spitzer im Sortiment von 21° – 24° - 28° - 31°. Bleistifte werden spitzer angespitzt als Buntstifte, einzelne Künstlerfarbstifte erhalten sogar noch einen spitzeren Konus. Wird ein Stift zu spitz und steht somit die Mine weiter heraus, ist sie auch empfindlicher und anfälliger für Minenbruch. 
Die richtige Öffnungsgröße sowie den richtigen Spitzwinkel garantiert Ihnen der zur Produktlinie gehörige Spitzer,  z.B. unsere Grip Spitzdose mit einer Öffnung für die extra dicken Jumbo Grip Stifte, einer weiteren für den Grip Bleistift und einer zusätzlichen für den Colour Grip Buntstift mit einem flacheren Spitzkegel.
Das häufigste Problem ist jedoch ein stumpfer Spitzer. Nach etwa 12 komplett durchgespitzten Stiften ist ein Spitzer zu stumpf, um weiterhin zuverlässig zu spitzen. Abgebrochene Minen im Spitzkegel sollten nur mit anderen Stiften oder spitzen Gegenständen aus Kunststoff entfernt werden, nicht aber mit Nägeln oder Scheren aus Metall, da diese  die Klinge beschädigen. Achten Sie auch darauf, den Spitzbehälter regelmäßig zu leeren.